Zum Menü gehen | Zum Inhalt gehen

Inhalt Start
» Artgerechte Volieren
» Mindestgröße für Chinchillas
» Sitzgelegenheiten
» Die Grundeinrichtung und der Stellplatz
» Plastik
» Käfigreinigung
Der Käfig sollte bereits vor dem Kauf der Chinchillas fertig eingerichtet sein, damit Sie den Tierchen nicht noch unnötige Strapazen nach dem Transport zumuten müssen. Sofern Sie noch keine Chinchillas beherbergen und alle Tiere neu bei Ihnen einziehen, sollten Sie sich unbedingt an die Tipps Der Einzug und erste Verhaltensregeln halten.
Ein Aquarium oder ein Terrarium eignet sich nicht für die Haltung! Besser ist eine große Voliere für Vögel. Oder etwas selbstgebasteltes. Dabei gilt vor allem: Mehr Höhe als Breite. Bei Gitterkäfigen ist es aber wichtig auf den richtigen Abstand der Stäbe zueinander zu achten (1 bis 1,5cm), damit spätere Jungtiere sich nicht hindurch zwängen können und auf eigene Tatze die Wohnung erkunden. Über Kleinanzeigen oder Auktionshäuser wie ebay lassen sich häufig recht gute, zum Teil auch gebrauchte Käfige finden. Auch wenn der Geldbeutel es nicht gerne sieht - es ist sinnvoller lieber gleich etwas vernünftiges und großes zu kaufen, als nach einem halben Jahr festzustellen, dass der erste Käfig eine Fehlinvestition war. Viele Leute, die ich kenne, haben mit einem kleinen Zoohandlungskäfig (tierschutzrechtlich ehrlich gesagt unter aller Würde) angefangen und sind dann über einen mittleren zum perfekten Käfig gewechselt. Die drei Käfige schlagen schon ganz schön in die Tasche. Deshalb ist es auf Dauer gesehen doch billiger, sich einen anfangs (scheinbar) übertrieben großen Käfig zu besorgen.
Kein speziell für Chinchillas angebotener Zoohandlungkäfig ist wirklich zur Haltung geeignet.
Für 2 bis 4 Tiere wird eine Maße von 150cm Höhe, 150cm Breite und 80cm Tiefe aufwärts empfohlen!
Wohlgemerkt geht es hier um die Mindestgröße. Alles was darüber hinaus geht, kommt den Chinchillas natürlich nur zu Gute. Selbst bei den Mindestmaßen brauchen Chinchillas zusätzlichen Freilauf, um ihren Bewegungsdrang abdecken zu können.
Da Chinchillas gute Springer sind, muss sich dieses Verhalten auch in der Voliere wiederspiegeln können. Das heißt, dass mehrere Sitzbretter auf unter schiedlichen Höhen besser sind, als durchgehende geschlossene Etagen. Zwischenbretter lassen sich problemlos selber einziehen, wenn man unbehandelte Regalholzbretter aus dem Baumarkt passend zurecht schneidet.
Zu den anderen diversen Sitzgelegenheiten gehören ganz unterschiedliche Dinge der Einrichtung. Holzschaukeln, Blumentöpfe, eingeklemmte große Korkröhren und so weiter.
Gönnen Sie Ihren Tieren ein wenig Herausforderung, achten Sie aber bitte darauf, dass die Tiere sich beim Absturz nicht verletzten können. Das kann man zum Beispiel mit leicht überlappenden Sitzbrettern erreichen, so dass das untere Sitzbrett den Nager notfalls auffängt.
Wie in der menschlichen Wohnung sollte es helle, dunkle, freie Flächen und auch Spielecken geben. Dazu natürlich eine nette Küche und ein kleines Bad für die dringenden Geschäfte. Den Chinchillas sollte die Sicht nach draußen allerdings nicht vollkommen verbaut werden. Schließlich wollen sie wissen, was im Zimmer noch so vor sich geht. Der Standort sollte beibehalten werden, denn so wissen Chinchillas früher oder später, wo sie ihr Heim nach dem Freilauf selber wieder finden. Auch Gerüche, Geräusche und Blickwinkel werden ihnen vertraut. Das wiederum unterstützt die Zutraulichkeit. Selbstverständlich sollte der Käfig weder in der prallen Sonne noch in der dunkelsten Ecke stehen. Zugluft ist ebenfalls zu vermeiden. Ein sonniges Eckchen behagt den meisten Chinchillas aber durchaus, nur müssen dann immer schattige und kühlere Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein!
Schlafhäuschen: Für Chinchillas werden inzwischen passende Nistkästen mit einem vergrößertem Eingang angeboten. Schlafhäuser aus Plastik sind zwar haltbarer, weil sie nicht angenagt werden, aber gerade Häuschen aus Holz sind zu empfehlen, da sich die Tier auch ihre ständig nachwachsenden Zähne daran abwetzen können und Holz im Gegensatz zu Plastik atmungsaktiv ist. Nur muss dann halt öfters für Ersatz gesorgt werden – zum Beispiel verziert mit einem Geschenkband an Weihnachten. Mit Lack versiegelte Häuser eignen sich nicht, da die Farbe splittern kann und beim Knabbern in den Magen der Tiere gelangt.
Chinchillanistkästen lassen sich genauso wie das hochwertige Futter in diversen Onlineshops erwerben. Näheres dazu auf der Linkseite.
Polstermaterial für das Haus: Ist nicht nötig, da es nicht gerne gesehen wird. Chinchillas schlafen am liebsten auf einem harten und ebenen Untergrund.
Futternapf: Am besten einen schweren Porzellannapf beziehungsweise aus Keramik oder Ton, der nicht geschoben und umgestoßen werden kann. Er sollte aber auch nicht zu klein sein, damit sich die Tiere gleich mit mehreren bedienen können.
Wassernapf: Nippeltränken sind besonders geeignet, weil sie sich bequem von außen am Käfig befestigen lassen und das Wasser in ihnen nicht verschmutzen kann. Zusätzlich oder alternativ dazu kann ein großer Napf mit lauwarmen Wasser in den Käfig gestellt werden. Bei beiden Varianten sollte das Wasser täglich gewechselt werden und die Tränke ab und zu mit ins Spülwasser (sehr lange klar nachspüle ) wandern.
Sandwanne: Sie darf zur Fellpflege in keiner Voliere fehlen und sollte nach Möglichkeit immer zugänglich sein. Damit die Chinchillas nicht darin ihr Schläfchen und ihr Geschäft verrichten, sollte die Wanne auf dem Boden stehen und eine zusätzliche Schlafgelegenheit oben in der Voliere vorhanden sein. Näheres dazu unter dem Punkt Sandbäder.
Einstreu: Sie können am Besten den handelsüblichen Kleintierstreu verwenden, der in jeder Zoohandlung und oftmals auch in normalen Läden zu bekommen ist. Pelletierte Einstreu und Bucheneinstreu ist nicht für Chinchillas geeignet, da die Tiere es für etwas zu fressen halten und die Einstreu fressen, was zu Verdauungsproblemem führt.
Hanfeinstreu und die übliche Kleintierspäne sind immer noch die besten Möglichkeiten.
Heuraufe: Auf dem Boden liegendes Heu wird schnell als Toilette eingesetzt. Deshalb sollte Futterheu am besten in Heuraufen oder abgetrennten Ecken (zum Beispiel mit Steinen) angeboten werden. Herunter gezogenes Heu ist am nächsten Tag zu entsorgen und durch frisches zu ersetzen.
Plastik hat in Chinchillakäfigen nichts verloren, da es nicht atmungsaktiv ist und die Tiere beim Anknabbern schädliche Kleinteile verschlucken können. Weichen Sie lieber auf natürliches Material wie Holz und Kork aus!
Der Kot des Chinchillas ist relativ trocken, da sie eigentlich aus wasserarmen Gebieten kommen. Deshalb entsteht im Käfig auch nicht ganz so schnell unangenehmer Geruch wie bei anderen Tierarten. Chinchillas haben übrigens keinen für den Menschen wahrnehmbaren Eigengeruch. Eine Grundreinigung (auswechseln der Einstreu ) ist deshalb nur etwa alle zwei Wochen nötig. Teilreinigungen sollten täglich vorgenommen werden. Achten Sie am besten darauf, dass herunter gefallenes Heu am nächsten Tag beseitigt wird, weil es verschmutzt ist und nicht mehr angenommen wird.
Wenn Sie den Käfig grundreinigen, benutzen Sie dazu möglichst nur Neutralreiniger oder flüssige Handseife (oder einfach nur klar Wasser) und keine scharfen Putzmittel , da diese oft Rückstände auf dem Material hinterlassen, die den Tieren gefährlich werden können. Desinfektionsmittel ist gänzlich ungeeignet , da es sehr scharf riecht und Chinchillas einen sehr ausgeprägten Geruchssinn haben und gereizte Atemwege bekommen. Hartnäckige Sachen beziehungsweise eventuell doch entstandener Geruch lassen sich auch mit einer Teebaumölmischung entfernen. Dazu ein paar Mililiter Milch mit einem Tropfen Teebaumöl mischen und dies dann in einen 5 Liter Wassereimer geben. Nur mit Wasser verbindet sich das Öl nicht und schwimmt sonst unnütz auf dem Putzwasser.
Ich mache das etwa alle zwei Monate einmal wenn ich alles - also auch die Gitterstäbe von losen Haaren - reinige. Und ich glaube, meine Chins mögen den Geruch sogar, weil sie danach die Nase meist in Bodenhöhe haben und sich besonders lange an den intensiv gereinigten Ecken aufhalten. Reines Teebaumöl darf im Käfig niemals angewendet werden, da es extrem reizend auf die Schleimhäute wirkt.
Chinchillas werden beim Freilauf auch "stubenrein". Sie lassen zwar ihre größeren Geschäfte fallen wo sie gerade stehen, aber das lässt sich bequem mit dem Besen oder dem Staubsauger entfernen. Müssen meine Chinchillas einmal Pipi, gehen sie wieder in den Käfig und dort in ihre fest angelegte und auserkorene Toilettenecke. Dazu gehört schon ein wenig Training.
Wenn Sie einmal grobe Verunreinigungen im Käfig entdecken, können Sie diese am besten sofort entfernen.
Wenn Sie nicht wissen wie Sie Ihre Nagetiere während der Käfigreinigung beschäftigen sollen – gewähren Sie Ihnen einfach Freilauf! Aber Vorsicht – es kommt sehr schnell vor, dass eine neugierige Nase im ungünstigsten Augenblick plötzlich hinzuspringt. Die Verletzungsgefahr darf bei solchen Aktionen nicht unterschätzt werden.
Inhalt Ende