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Lautsprache und Körpersprache, die ersten gemeinsamen Tage

» Lautsprache
» Körpersprache
» Der Einzug und erste Verhaltensregeln

Lautsprache

Chinchillas sind ziemlich schreckhafte - aber keine feigen - Tiere. Als Haustier gehalten, wollen sie tagsüber ihre Ruhe und suchen sich dazu am liebsten ein dunkles Plätzchen. Manche schlafen aber auch lieber in der Hocke auf den Sitzbrettern als im Häuschen. Sie mögen es gar nicht, ständig gestört zu werden. Auch wenn man es ihnen vielleicht nicht anmerkt, sie bekommen während des Schlafs alle Geräusche in ihrem Umfeld mit. Ihr Gehör ist sehr ausgeprägt, damit sie sich in der Natur auch während des Tages vor Feinden in acht nehmen können. Deshalb kann es vorkommen, dass ein Chinchilla auf Ruhestörung mit einem sogenannten Warnschrei reagiert. Das kann sowohl ein lauter Pfeifton als auch ein lautes intervallartiges Fiepen (Abwehrlaut) sein. Meist hilft ein leises, sanftes zureden, um das Tier wieder zu beruhigen.

Ich habe in meiner Chinchilla Anfangszeit festgestellt, dass ich kaum Töne wahrgenommen habe, die meine Tierchen von sich gaben. Denn außer diesem Warnschrei äußern sich Chinchillas meist in sehr leisen Tönen, die dazu noch in hoher Tonlage ausgestoßen werden und auf die das menschliche Ohr nicht unbedingt eingestellt ist. Etwa vergleichbar mit dem Stand_By Ton eines alten Fernsehers, den manche Leute wahrnehmen können.

Es dauert einige Zeit, bis sich das menschliche Ohr soweit daran gewöhnt hat, dass es auch diese Töne wahrnimmt. Mit etwas Übung werden Sie feststellen, dass Ihr Chinchilla sich abends durch Töne bemerkbar macht, wenn Sie versäumt haben, es aus dem Käfig zu lassen und es sich nach seinem Freilauf sehnt. Auch kann ich bei meinen Chinchillas mittlerweile gut die Gemütsverfassung deuten. Wenn sie schlecht drauf sind oder etwas wilder spielen wollen, knurren sie sogar manchmal und knirschen mit den Zähnen. Meist betrifft das mein ziemlich lebhaftes Böckchen. Ist er aber übermütig und sehr gut gelaunt, dann "brabbelt" er mit Quietschtönen vor sich hin. Lustig ist immer wieder, dass Leute, die sich mit mir im gleichen Raum befinden und sich darüber wundern, wenn ich meine Aufmerksamkeit "plötzlich" auf meine Chinchillas lenke, weil sie sich mit Tönen bemerkbar machen und der Besuch nichts davon hört, bis man sie auffordert, doch mal ganz genau zu lauschen.

Richtig laut wird es bei Müttern, Vätern und ihren Babys. Beide Seiten kommunizieren mit Schnalzlauten und Klickerlauten und gerade die Babys haben einen sehr lauten Ruf, wenn sie nach Mama verlangen.

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Gerade Jungtiere und ihre Eltern sind sehr gesprächig untereinander
Gerade Jungtiere und ihre Eltern sind sehr gesprächig untereinander.

Körpersprache

Wenn man seine Tiere kennt sieht man Ihnen sehr schnell an, ob ihnen etwas fehlt oder nicht. Chinchillas sind im Freilauf sehr munter, manchmal geradezu etwas hektisch. Sie lieben Luftsprünge, wenn sie gute Laune haben und ein Raketenstart ist ebenfalls recht typisch für sie. Sind Chinchillas allerdings müde, dann sind sie manchmal kaum noch ansprechbar und reagieren erst auf anstupsen (was man aber natürlich nicht tun sollte).

Manche Chinchillas schlafen übrigens gerne in Seitenlage. Für sie ist es gemütlich und hat noch einen netten Nebeneffekt – nämlich den Halter zu erschrecken. Eins meiner Alttiere begrüße ich des öfteren mit dem Satz „Na, wieder tot spielen und Touristen erschrecken?“. Denn bei ihr muss man schongenau hinsehen, um wenigstens noch etwas Flankenatmung zu entdecken.
Deshalb: Wenn Sie unsicher sind ob ihr Chinchilla nur schläft oder wirklich tot ist, achten Sie auf die Flanken, an denen die Atmung zu erkennen ist. Und bleiben Sie ruhig, denn Sie werden doch auch nicht gerne aus dem Tiefschlaf gebrüllt, oder?

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Der Einzug und erste Verhaltensregeln

Jeder Umzug bedeutet Stress für ein Tier, deshalb sollte man immer gewisse Regeln beachten, um den oder die Neuzugänge schneller zahm zu bekommen. Wichtig ist, dass sich die Chinchillas erst einmal an die Umgebung gewöhnen können und auch merken, dass von dieser und von den Menschen im näheren Umfeld keine Gefahr ausgeht. Sicher sind die neuen Tiere das Highlight der nächsten Tage - doch witzig finden diese das bestimmt nicht. Ein Chinchilla sollte ohne schlechte Erfahrungen in seine artgerechte Unterkunft einziehen können. Also kein Mensch, der es in der Transportkiste mit den Händen in die Enge drängt (um es einzufangen und gegen seinen Willen aus der Kiste zu ziehen).
Stressfreier für die Tiere ist es, wenn man die Transportkiste in die Behausung stellt und sie einfach öffnet. Danach sollte man einen Meter Abstand zur Unterkunft einnehmen. Tiere sollen selber entscheiden dürfen, wann sie rauskommen!

Je nachdem wie zutraulich das neue Chinchilla erscheint, kann man sich der Unterkunft nähern. Schreckt es nicht zurück, kann man die Hand nach ein paar Stunden schon zum Beriechen hin halten.

So gemein das folgende auch für den Menschen klingt - für die Beziehung Mensch und Tier ist es nur förderlich.
Eine Faustregel besagt, dass die Tiere in der ersten ein bis zwei Wochen nicht aus der (entsprechend geräumigen) Unterkunft sollen!
Ich selber meine, dass kommt auf den Charakter des Einzeltieres an und auf den Umgang des Menschen. Prinzipiell geht es darum, dass erst die Gerüche, Geräusche und Menschen im Raum kennen gelernt werden sollen, bevor ein ganzes Zimmer als Freilaufzone hinzu kommt. Außerdem brauchen die Chinchillas mindestens 24 Stunden, um sich von ihrer Reise zu erholen. Die Unterkunft sollte gerade in dieser Zeit nicht bewegt oder umdekoriert werden!

Am zweiten Tag dürfen Sie sich endlich um die Tiere kümmern. Lassen Sie die Tiere trotzdem weitestgehend in Ruhe, außer sie wollen Ihre Aufmerksamkeit und machen sich selber bemerkbar. Wenn eines munter wird, locken Sie es mit kleinen Leckereien (siehe Punkt Futter). Reden Sie ihm zu, stecken Sie das (gesunde) Leckerchen hindurch und lassen sie es an Ihrer Hand riechen.

Klappt das alles ohne Probleme, darf das Türchen geöffnet werden. Sie sollten nicht zu weit in den Käfig greifen, sondern die Hand nur leicht hinein legen (um nach 3 Minuten keine Muskelkrämpfe zu bekommen) und richtig still halten. Zurückhaltendere Tiere kommen nach ein paar Minuten zögerlich schnuppern, mutigere Tiere probieren eventuell gleich auf den Arm zu klettern, um raus zu kommen. Verwehren Sie es dem Chinchilla vorsichtig mit der anderen Hand, soweit ist es noch nicht. Ihre Hand muss dem Chinchilla vollkommen selbstverständlich werden, bevor Sie es das erste Mal in den richtigen Freilauf lassen. Ansonsten können die Tiere sehr leicht verschreckt reagieren, wenn sie Freilauf haben (und Sie es vielleicht einfangen müssen) und das führt zu erheblichen Problemen bei der Rückkehr in den Käfig. Ist ein Chinchilla ängstlich, lassen Sie es in Ruhe. Bedrängt man Tiere, macht man mehr kaputt als man erreicht. Die Tiere sollten nach dem Freilauf wieder ohne Hilfe in die Voliere gelangen können. Es gibt einen kleinen Trainingsplan zur Rückkehr in den Käfig, den Sie unter dem Register Aktive finden.

Hinweis: Das gilt natürlich nur für einen kompletten Neueinzug. Sind bereits Chinchillas vorhanden, kann die bestehende Gruppe niemals auf diese Weise mit einem weiteren Tier ergänzt werden!

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