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Leckerchen und Co

» Knabberstangen, Drops und anderes
» Vitaminzusätze und Calciummangel
» Trinkwasser ist unverzichtbar
» Zahnabrieb sicher stellen

Knabberstangen, Drops und anderes

In jeder Zoohandlung bekommen Sie Kräcker, Knabberstangen und andere Leckereien für Ihre Chinchillas.
Doch obwohl die Tierindustrie mit speziell ausgewogenen Produkten wirbt, schaden fast alle als Leckerchen bezeichnete Sachen den Tieren mehr, als sie nutzen.
Beachten Sie bitte die Verpackungsaufschrift. Bindemittel sind vor allem Honig, zusammengepanschter Mehlkleister und ähnlich schreckliche Sachen. Das verarbeitete Getreide mit Süßungsmitteln und "Zusatzstoffen" eignet sich nicht für den empfindlichen Magen und Darm. Alle Knabberstangen und Drops sind in etwa so gesund wie Fastfood für uns. Und mit dem hohen Anteil an Zucker, Geschmacksverstärkern und Körnern etwa genauso unbekömmlich. Die Plastikaufhängungen, die teilweise noch imer verwendet werden, geben der negativen Abschreckung den letzten Schliff.

Wenn Sie Ihren Chinchillas etwas gutes tun wollen, verwöhnen Sie sie mit Kräutern und artgerechten Leckerchen, die sie inzwischen auch im Zoohandel bekommen! Nicht alle Produkte sind untauglich, was vor allem der Aufklärung von Vereinen zu verdanken ist, die heute zum Teil mit guten Firmen wie JR-Farm zusammen arbeiten. In höherer Anzahl unbekömmliche Dinge wie Knabberstangen, Müslimischungen, Waffeln und Drops sollten nur sehr wenig auf den Monat aufgeteilt verfüttert werden..

Nagersteine und Salzlecksteine sind bei einer artgerechten Ernährung nicht notwendig und sollten sogar vermieden werden, da ein übermäßiger Verzehr der Vitamine und Mineralstoffe gesundheitlich schaden kann. Tiere die sich zu sehr mit Mineralsteinen und ähnlichem beschäftigen, sollten ihn gar nicht bis nur stundenweise angeboten bekommen. Statt dessen sollte für einen anderen Beschäftigungsausgleich gesorgt werden.

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Das Grundfutter besteht aus vernünftigen Pellets und Heu
Das Grundfutter besteht aus vernünftigen Pellets und Heu

Vitaminzusätze und Calciummangel

Möchten Sie dennoch mit Vitaminzusätzen arbeiten, dann streuen sie diese am besten über das hochwertige Futter. Calciummangel lässt sich schnell an den Schneidezähnen erkennen. Die Zähne sollten orange sein, wenn keine Unterversorgung vorhanden ist. Weiße Zähne sind durchaus ein Anlass zur Besorgnis. Gut geeignet sind zum Beispiel Futterkalk Zusätze, die viel Calcium und zusätzlich noch wichtige Vitamine wie Vitamin D oder Vitamin B enthalten.

Eine Zusatzversorgung ist bei einem vernünftigen Grundfutter und Kräutergabe aber normalerweise nicht nötig, da die Tiere ihren kompletten Bedarf damit abdecken können. Bei Vitaminzusätzen über das Wasser eht normalerweise unheimlich viel verloren.

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Trinkwasser ist unverzichtbar

Viele Halter benutzen eine Nippeltränke zum einhängen. Chinchillas sind sehr lernfähig und haben schnell heraus, wie sie ans Wasser kommen. Bonus hierbei ist, dass kein Dreck und keine Bakterien ins Wasser gelangen können. Mittlerweile gibt es in den meisten Zoohandlungen peppige Flaschen aus Hartplastik, die nicht mehr ganz so leicht den Geist aufgeben wie ihre Vorgänger, allerdings immer noch sehr tropfanfällig sind. Nehmen Sie ruhig ein großes Exemplar, manche Chinchillas trinken sehr viel. Die Flasche möglichst außen am Käfig befestigen, aber die Tiere müssen immer an das Trinkrohr gelangen können und es darf sich auch bei gelegentlichem anstoßen nicht aus dem Käfiginneren drücken lassen. Kontrollieren Sie morgens und abends, ob das Rohr sich eventuell verstopft hat, um Ihren Nagern eine Austrocknung zu ersparen. In der Anfangszeit sollten sie ein kleines Tellerchen unterstellen, um zu sehen, ob die Tränke stark tropft. Oftmals kann man es auch an der feuchten Einstreu erkennen. Kennen Chinchillas keine Tränke oder sind Sie sich nicht sicher, dann bieten Sie Ihren Tieren unbedingt einen zusätzlichen Wassernapf an, um die Trinkwasseraufnahme in der Umstiegsphase zu gewährleisten.

Der Bedarf an Wasser ist Tagesform- und Bewegungsabhängig. Ganz zu schweigen von den Temperaturen. Es muss immer frisches Wasser im Käfig sein. Wenn ein Tier nicht dran gehen mag, ist es nicht weiter tragisch. So hat es allerdings eine Wahl. Vom reichlichen Wasserangebot ist noch kein Chinchilla gestorben, verdurstet allerdings schon.

Wer Wassernäpfe bevorzugt, der sollte schwere Steingutnäpfe mit einem geraden Rand wählen, die am besten etwas erhöht über der Einstreu stehen. Direkt auf dem Boden werden sie zu schnell verschmutzt, zu hoch besteht die Gefahr, dass Tiere sich verletzten wenn sie den Napf doch einmal hinunter schubsen.

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Zahnabrieb sicher stellen

Chinchillazähne wachsen ständig nach und müssen deshalb abgewetzt werden, damit es nicht zu Missbildungen kommt.

Kommt es einmal zu Zahnfehlstellungen, kann das Chinchilla nicht mehr richtig fressen. Die Zähne können sich schlimmstenfalls ins Fleisch graben und schwere Entzündungen hervor rufen. Um das zu verhindern, sollte man von Anfang an auf genügend Nagematerial und ausreichend Heu achten. Denn ist das Gebiss erst einmal hinüber, dann bekommt der beste Tierarzt es nicht mehr hin. Zu lange Zähne können mit einer Spezialzange unter Narkose abgeknipst werden. Fehlstellungen der Backenzähne sind dagegen sehr schwierig und für das Tier oft schmerzhaft zu behandeln. Bei richtigen Fehlstellungen und Abszessen muss oft operiert werden. Und selbst diese radikalen Behandlungen helfen nicht auf Dauer. Einmal geschehen, müssen die Zähne regelmäßig fachmännisch kontrolliert und wahrscheinlich erneut gekürzt werden. Ein Dauerabo beim Tierarzt und der Bank. Zahnprobleme lassen sich nur von geübten Haltern frü feststellen. Sabern Ihre Tiere oder verweigern sie gar das Fressen, ist höchste Eile geboten. deshalb sollte man als halter ein Gewichtstagebuch führen und seine Tiere alle 14 Tage wiegen.

Hartes Brot eignet sich nicht für Chinchillas. Ihre Zähne brauchen schon etwas, was nicht so leicht zerbröselt. Das Brot wandert aufgeweicht in den Magen und vermittelt den Tieren lediglich ein falsches Sättigungsgefühl - die enthaltenen Salze und Gewürze sind schwer zu verdauen.

Das beste Nagematerial ist Heu, da die Tiere durch das ständige Kauen die Zähne optimal abnutzen (siehe dem Punkt Heu).

Äste von Hartholzbäumen eigen sich als wichtiges Zusatzmaterial hervorragend zum Zähne wetzen, optimal sind Apfel- und Haselnussholz, sowie Johannisbeere. Nicht aus der Nähe von Straßen bitte. Die Äste können ruhig noch Knospen und kleine Verästelungen haben, Steinobst sollte generell vermieden werden.

Äste sind zusammen mit der Rinde äußerst schmackhaft und dienen außerdem der Abnutzung der vorderen Zähne und als Beschäftigung. Momentan gibt es Diskussionen um die Verfütterung von Buche. Offenbar haben einige Tiere Probleme mit den in frischer Buche vorhandenen Gerbstoffen und können davon erkranken. Auch wenn es noch keine wissenschaftliche Belegung dafür gibt, sollten Sie davon absehen, frische Buche zu verfüttern. Nadelhölzer sind ebenfalls ungenießbar für Chinchillas und dürfen nicht verfüttert werden. Um den Chinchilladarm zu schonen, sollten sie die Äste ein paar Tage ablagern, damit das Laub antrocknen kann.

Richtige Nagersteine dürfen nur dann angeboten werden, wenn das Tier nicht zu intensiv an ihnen arbeitet. Nagersteine bestehen vor allem aus Calcium und können bei starker Aufnahme schnell zu einer Überversorgung führen, die schwere Krankheiten auslöst. Sofern ihre Nager einen Stein innerhalb von ein paar Tagen komplett zerlegen, sollten Sie bitte darauf verzichten und Alternativen anbieten - zum Beispiel Nagersteine aus getrocknetem Lehm. Anstelle der preislich gehobenen Nagersteinen kann man im Bauhandel für knapp ein, zwei Euro Y-Tong Platten besorgen, die sich prima mit dem Hammer zerschlagen lassen. Je mehr Kanten die Bruchstücke haben, desto besser. Im Zoohandel zahlen sie für einen formschönen Würfel von 5 x 5 cm aus gleichem Material schon 3 Euro. Doch auch hier gilt: Weniger ist besser!

Mineral- und Salzlecksteine sind für die Chinchillas bei einer ausgewogenen Ernährung nicht notwendig und führen bei zu starkem Verzehr zu einem körperlichen Ungleichgewicht, das Krankheiten auslösen kann.

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