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» Zusammenhaltung mit artfremden Tieren
» Einzelhaltung und Gruppenhaltung
» Rangordnung in Gruppenhaltung
» Geschlechterkombinationen
Eine Zusammenhaltung mit anderen Tieren ist problematisch und nicht zu empfehlen. Den Käfig beziehungsweise die Voliere müssen Chinchillas ganz für sich alleine haben, auch wenn es sich um vermeintliche Artverwandte dreht. Unterschiedliche Tierarten haben andere Körpersprachen, Lautäußerungen und Fressgewohnheiten, die selten miteinander vereinbar sind.
Hunde und Katzen sind für die meisten Chinchillas sehr furchteinflössend. Vor allem, wenn es sich bei Hund und Katze um etwas wildere Gesellen handelt. Manche Hunde bellen gerne, wenn sie im Käfig etwas springen sehen. Genauso erwacht bei Katzen in diesen Momenten der Jagdinstinkt. Beides ist denkbar ungünstig für ein friedliches miteinander. Empfindliche Chinchillas können in Stresssituationen (zum Beispiel wenn ein Hund kläffend vor ihnen steht) in einen Schock verfallen, der sogar tödlich enden kann.
Große Vögel gehören nicht in Chinchilla-Nähe, und damit ist der gesamte Raum gemeint. In der freien Natur zählen Adler und Eulen zu den häufigsten Jägern. Deshalb entspricht es ihrem Instinkt, vor Flugtieren extreme Angst zu haben. Ein Chinchillakäfig neben oder gar unter einem Papageienkäfig verursacht bei den Tieren enormen Stress, der wiederum zu einem sehr frühen Tod führt.
Ebenfalls ein gefährliches Thema sind Chinchillas und Aquarien. Das Chinchillafell saugt sich voll wie ein trockener Schwamm und das Tier hat keine Möglichkeit, ohne rechtzeitiges Eingreifen des Menschen zu überleben, weil es durch das Gewicht des Wassers im Fell heruntergezogen wird und ertrinkt. Deshalb sollten Sie Ihr Aquarium immer gut gesichert und komplett abgedeckt haben.
Generell können andere Tierarten bei ziemlich gleichen aktiven Phasen und wenig akustischer Belästigung durchaus im gleichen Zimmer gehalten werden. Die Volieren müssen weit genug auseinander stehen.
Eine Einzelhaltung eines Chinchillas ist nicht artgerecht und führt zu Kurzlebigkeit und mentalen Störungen!
Bitte berücksichtigen Sie, dass die Chinchillas Gruppentiere sind. Sie sollten aus diesem Grund mindestens zu zweit gehalten werden. Eine Haltung zu dritt ist bei gleichen Charakteren ebenfalls gut möglich. So ist ein Tier auch dann nicht alleine, wenn seinem Partner plötzlich etwas zustößt. Außerdem ist die Beobachtung des Sozialverhaltens auch für die menschliche Seele nicht zu ersetzen und ein Genuss - und das kann man nur bei artgerechter Haltung beobachten. Verstecken, Putzen, Spielen - wir sehen gerne, wie sich Tiere in der Gruppe vollkommen unbefangen verhalten und gar nicht auf den Menschen achten (sofern der weit genug weg ist).
Jede Tiergruppe hat eine Ordnung innerhalb des Rudels, die gerade bei Fremdtieren erst einmal geklärt werden muss und die auch später immer wieder in Frage gestellt wird. Wenn fremde Tiere aufeinander treffen, akzeptieren sie sich im Normalfall nicht. Bei Chinchillas kann es sowohl zwischen Weibchen als auch zwischen Böckchen zu Problemen kommen. Eine spontane Freundschaft ist trotz der Geselligkeit der Tiere leider so gut wie ausgeschlossen. Eine stabile Gruppe sollte man nur erweitern, wenn man sich eine Vergesellschaftung selber zutraut oder fachkundige Unterstützung hat.
Eine Vergesellschaftung von Chinchillas ist ein sehr umfangreiches Thema. Anfänger sollten dabei bitte auf den Rat von Profis zurück greifen und es nicht ohne Unterstützung probieren. Fragen Sie bitte in diesem Fall bei einer Chinchillahilfe wie der IG Chinchilla oder einem Verein in Ihre Nähe nach, ob diese Ihnen jemanden betreuend zur Seite stellen können oder informieren Sie sich vorher gut in einem kompetenten Forum. Ansprechpartner dazu finden Sie auf der Linkseite.
Ähnlich wie beim Menschen gibt es bei den Chinchillas sehr unterschiedliche Charaktere. Die einen passen gleich zusammen, die anderen brauche ihr Zeit - und es gibt auch (selten) die, die sich nie verstehen werden.
Chinchillas sind Gruppentiere und dürfen nicht alleine gehalten werden. Sie brauchen unbedingt einen Artgenossen, der ihre Gewohnheiten und ihre Körper- und Lautsprache mit ihnen teilt.
Paarhaltung: Häufig praktiziert und in der Regel relativ komplikationslos. Auch zu zweit werden Chinchillas glücklich. Stirbt allerdings ein Partner, muss der übrig gebliebene wieder neu vergesellschaftet werden. Bei der Zusammenhaltung von drei Tieren lässt sich diese Problematik einfacher handhaben. Bei einer regulären Paarhaltung (also Männchen und Weibchen) muss mit 8 bis 12 Jungtieren pro Jahr und Weibchen gerechnet werden. Eine Kastration des Bocks ist nicht einfach und es soll nicht verschwiegen werden, dass immer noch ein nicht unwesentlicher Teil der Kastrationen mit schweren Komplikationen oder dem Tod endet (Entzündungen, Narkoserisiko).
Weibchengruppen: Eine rein weibliche Gruppe bei Chinchillas ist möglich. Es kann allerdings zu einem zickigen Verhalten zwischen den Weibchen kommen, denn einfach ist solch eine Frauenwohngemeinschaft nicht immer. Schwierig wird es, wenn eines der Mädels schwanger ist und ihre Jungen bekommt (wenn man sie zum Beispiel schwanger bekommen oder kurz einen Bock beiszten hat). An und für sich verstehen sich Weibchen bei ähnlichen Charakteren sehr lange und gut miteinander.
Böckchengruppen: Böcke leben entgegen aller hartnäckigen Gerüchte meist friedlich miteinander zusammen, sofern kein Weibchen anwesend ist, deren Duft den Herren in die Nase steigt! Böckchengruppen und Weibchengruppen dürfen nicht zusammen in einem Raum stehen. Genauso wie bei den Weibchengruppen gibt es unter den Böckchen eine Rangordnung, die ständig neu ausgetestet wird. Kommt es einmal zu Streit, fällt dieser meistens etwas heftiger als bei den Weibchen aus, ist dafür aber schneller wieder beigelegt.
Gemischte Gruppe: Eine schöne und funktionierende Sache, wenn die Böckchen kastriert sind (Achtung Kastrationsrisiko!). Die Gruppenform sollte auf einen Bock und drei Weibchen hinauslaufen, um harmonisch zu sein. Unkastrierte Böcke sorgen für stetigen Nachwuchs, der in eine eh schon überlaufene Chinchillanwelt vermittelt werden muss. Mehrere Böcke in einer gemischten Gruppe haben stetige Rangordungskämpfe, die sich hochschaukeln und zu ernsten Verletzungen führen können.
Tipp bei einer Neuanschaffung:
Bei größeren Gruppen sollte man Tiere auswählen, die sich gut miteinander verstehen und sich eventuell schon von klein auf kennen. Eltern und Kinder verstehen sich meist dauerhaft gut, genauso wie Geschwister.
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