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Trockenfutter für Chinchillas

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» Allroundtalent Heu
» Futterumstellungen - Empfindlicher Stopfdarm

Das Hauptfutter

Beim Futterkauf gilt grundsätzlich, dass höchstens Vorräte für 2 - 3 Monate gekauft werden sollten, da sonst der Vitamingehalt rapide abnimmt. Wenn es um das Standardfutter für Chinchillas geht, herrscht in der Halterwelt fast eine Einigkeit welche Futtersorten tauglich sind. Neulinge und unerfahrene Leute kaufen fertige Futtermischungen aus dem Zoohandel - natürlich mit einem Chinchilla auf der Verpackung. Erfahrene Halter und Züchter greifen lieber auf selbst gemischtes Futter zurück, was nur bekömmliche Bestandteile enthält und den Tieren auch auf Dauer gesundheitlich nicht schaden kann. Die meisten bunten Fertigmischungen aus dem Zoohandel führen zum Beispiel zur Organverfettung, da sie fette und gezuckerte Leckerchen enthalten. Das Süßzeug wird gefressen, die Pellets bleiben liegen.... und am nächsten Tag frischt der Halter den Vorrat mit neuem Süßzeug wieder auf.

Die Fertigmischung, angeblich speziell für diese Tierart entwickelt in jahrelanger Forschung und unter tierärztlicher Aufsicht. Seit Jahren hinterfrage ich bei größeren Firmen, wie diese Produkte wirklich entwickelt werden und bin nur bei einer einzigen großen Marke auf wirklich gute und kompetente Auskünfte gestoßen. Wer Ahnung von Ernährung hat wird schnell feststellen, dass fast 70% der im Handel angebotenen Sachen nicht gut für eine ausgewogene und gesunde Ernährung sind. Wer es nicht glaubt, der sollte beim nächsten Tierarztbesuch mal nachfragen, ob er seinem Tier wirklich etwas gutes tut, wenn er die empfohlenen 2 bis 3 Knabberstangen pro Woche samt zuckrigem Inhalt an seine Tiere verfüttert. Und gerade bei Chinchillas muss auf eine möglichst zuckerfreie Kost geachtet werden. Auch Körnerfutter mit Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen und ähnlichem ist nicht gesund für Chinchillas, wenn es täglich gegeben wird. Sicher wird dieses Futter liebend gerne angenommen - so wie Süßigkeiten und Fastfood von Kindern - aber es führt zu Fettleibigkeit und verkürzt somit die Lebensdauer.

Die richtige Mischung basiert auf der natürlichen Ernährung, auf Erfahrungen zur Vermeidung von typischen Krankheitsbildern in der Heimhaltung und Berücksichtigung der körperlichen Aktivität. Mit anderen Worten: Sie haben Grundzutaten, die Sie an das Verhalten und die Bedürfnisse ihrer eigenen Chinchillas anpassen.
Diese besteht aus Pellets, die aus gemahlenem Getreide und Heu hergestellt werden, aus getrockneten Kräuter und Sämereien wie es sie in Einzelsorten oder gemischt im Zoohandel zu kaufen gibt, und ein wenig geeignetes Mischfutter. Anregungen zur Verfeinerung und Ergänzung sollten Sie sich in Chinchillaforen holen.

As Grundfutter ist unbedingt ein hochwertiges Pelletfutter ohne ungesunde Zusätze zu empfehlen. So um Beispiel Ovator, Berkel und Happy Chinis Gold (ehemals Bavaria Chinchilla) Alle drei Sorten sind über Internetshops speziell für Chinchillas zu bekommen, und das meist zu einem günstigeren Preis als ungesunderes Futter im Zoofachhandel.

Kleiner Tipp aus der Zähmungskiste: Gewöhnen Sie sich einen regelmäßigen Rhythmus für die Fütterung an. Ihre Tiere gewöhnen sich sehr schnell an die Zeiten und werden Sie schon bald freudigst erwarten. Da Chinchillas einen Stopfdarm besitzen (sprich es muss immer etwas nachgeschoben werden), müssen sie allerdings immer Fressen in der Voliere stehen haben. Dazu gehört auch Heu.

Ich selber verfüttere Ovator Pellets und mische diese mit JR-Farm Degu-Light, das absolut zuckerfrei und auch frei von Pellets ist. Es besteht nur aus getrockneten Kräutern, wenig Haferflocken und Getreide (aufgepoppt). Das Chinchilla-Müsli von JR-Farm ist ebenfalls zu empfehlen, genauso wie die Lehmsteine zum Nagen. Das mag jetzt etwas in Werbung ausarten, aber ich bin überzeugt von diesen Produkten und froh, endlich ein paar gute Mischungen gefunden zu haben, anstatt alles in Kleinarbeit einzeln zu kaufen und selber zu mischen. Die ganze JR-Farm Produkte gibt es in jedem guten Fachhandel, ansonsten über das Internet, wie zum Beispiel bei zooplus.de.

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Das Grundfutter besteht aus vernünftigen Pellets und Heu
Das Grundfutter besteht aus vernünftigen Pellets und Heu

Allroundtalent Heu

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Tiere immer genug Heu im Käfig haben, denn Heu ist Hauptbestandteil der täglichen Nahrung. In der freien Natur ernähren sie sich hauptsächlich von karger Kost wie Gräsern oder Rinde. Deshalb entspricht Heu eigentlich am nächsten ihrer natürlichen Kost. Chinchillas verzehren dementsprechend große Mengen davon. Bei einer Heuraufe bleibt das Heu länger frisch, weil es nicht auf dem Boden liegt und verschmutzt. Eine Heuraufe ist für Futterheu aber keine Pflicht. Chinchillas wissen schon, was ihnen vom Heu noch schmeckt und was nicht.
Das Heu sollte täglich entfernt und durch frisches ersetzt werden. Übrigens mögen Chinchillas lieber spät geschnittenes, bräunliches Heu. Das „grüne“ wie es im Zoohandel normalerweise zu bekommen ist, ist eher für Meerschweinchen gedacht.

Beim Einkauf von Heu ist es am einfachsten, wenn man durchsichtige Tüten ersteht. Ansonsten kann man den Zustand des Heus leider nicht erkennen und erlebt zu Hause eventuell eine muffig, staubige Überraschung, wenn das Heu feucht geworden ist. Im Handel werden heutzutage etliche Mischungen angeboten - Wiesenheu, Bergheu, Kräuterheu... es ist mal wieder eine Geschmacksfrage.
Wer viele Chinchillas hat, der sollte sich - falls möglich - beim Bauern umsehen. Nicht selten ist hier ein blauer Müllsack frisches, unbehandeltes Heu für wenig Geld zu bekommen. Fragt sich nur, ob Platz zum einlagern da ist. Geschmacklich ist dieses Heu mit keinem Heu aus dem Laden zu vergleichen.

Wählerische Chinchillas fressen nur richtig frisch geöffnetes Heu und kommen nach zwei Wochen auf die Idee, dass es ihnen nicht mehr frisch genug istund veringern ihre Heuafnahme bis zur neuen Packung.

Heu ist deshalb so unersetzlich, weil das zerkleinern mit den Zähnen eine Menge an Arbeit und kauen erfordert. Dadurch werden die nachwachsenden hinteren Backenzähne im nötigen Maß abgenutzt.

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Futterumstellungen - Empfindlicher Stopfdarm

Da Chinchillas einen extrem empfindlichen Stopfdarm besitzen, kann es schnell vorkommen, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät und die Tiere Durchfall oder Verstopfung bekommen. Als Konsequenz für den Halter hat dies vor allem zu bedeuten, dass er die strengen Fütterungsregeln einhalten und überwachen muss, um genau das zu verhindern. Sicher darf auch ein Chinchilla ab und an ein Leckerchen bekommen, aber es muss artgerecht sein!

Chinchillas, die frisch einziehen, sollten aus ihrem letzten Umfeld ihr gewohntes Futter mitbringen. Sie können dann das bisherige Futter nach und nach über zwei, drei Wochen mit ihrem eigenen aufmischen, um so eine langsame Umstellung zu erreichen.

Ein zu radikaler Wechsel führt wie bereits erwähnt schnell zu Verstopfung und eventuell zu einem tödlichen Darmverschluss. Wie man solche häufigen Sachen behandeln kann, finden Sie links in der Übersicht noch einmal separat aufgeführt.

Was ist ein Stopfdarm? Im Prinzip bedeutet ein Stopfdarm, dass oben kontinuierlich etwas nachgeschoben werden muss, um unten etwas hinaus zu schieben. Ein Chinchilla Darm hat kaum eine eigene schiebende Bewegung, wie es beim Menschen der Fall ist. Bekommt es mehrere Stunden nichts zu fressen, kommt die Verdauung zum erliegen. Der Kot im Darm trocknet aus, bildet eine Blockade und kann nicht mehr ausgeschieden werden. Deshalb ist es extrem wichtig, dass Chinchillas immer Fressen zur Verfügung stehen haben. Heu muss immer vorhanden sein und auch in einem Zustand sein, der von den Tieren akzeptiert wird.

Um Futterumstellungen besser und schonender umzusetzen kann mit Darmbakterien nachgeholfen werden. Sprechen Sie Ihren Tierarzt zum Beispiel auf Bene Bac, PT-12 oder SymbioPet an. Dieses Produkt sollte übrigens jedem Nagerhalter bekannt sein und in keinem Haushalt fehlen, da es bei allen Verdauungsproblemen unterstützend eingesetzt werden kann. Wenn Sie einmal in der Verlegenheit einer Zwangsfütterung kommen, dann sollten Ihnen die Produkte Critical Care und Herbi Care plus bereits bekannt sein, nur um das Thema einmal angerissen zu haben.

Egal wie Sie das Futter umstellen – machen Sie es langsam! Ersetzen Sie das bisher bekannte Futter nur bruchstückhaft, indem Sie jeden Tag etwas weniger davon anbieten und von dem Zielfutter etwas mehr. Der ganze Prozess sollte sich über mehrere Wochen ziehen.

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