Zum Menü gehen | Zum Inhalt gehen

Inhalt Start
» Freilauf im Bad
» Freilauf in der Wohnung
» Gefahren beim Freilauf
Auf solche Gedanken kommen eigentlich nur unerfahrene Neuhalter, die ihre Chinchillas noch im kleinen Gitterkäfig halten. Lassen Sie sich gesagt sein: Der beste Freilauf für Chinchillas findet in einem artgerechten Freigehege mit Klettermöglichkeiten statt!
Badezimmer gelten beim Laien wegen den wenigen Möbeln, Nischen und Pflanzen sehr oft als optimales Freilaufgebiet. Man hat alles im Blick, die Fliesen kann man super absaugen und überhaupt. Kein aufpassen, kein wegjagen. Einfach herrlich. Aber: Fast jedes Badezimmer ist komplett gefliest und wenig beheizt. Selbst wenn die Luft warm ist - die Fliesen sind es nicht. Für Chinchillas ist das in etwa so, als wenn wir Menschen uns bei circa 8 Grad in kurzer Hose auf Beton setzen. Der Arzt wird sich nicht über ihre Erkältung wundern. Anders sieht das ganze bei Teppich aus. Aber wer hat schon Teppich im Bad? PVC isoliert ebenfalls etwas, aber nicht besonders gut. Bei heißem Sommerwetter ist ein kurzer Ausflug zur Abkühlung vielleicht noch akzeptabel, sofern der Boden durchgewärmt ist. Trotzdem gibt es für ein Chinchillas kaum etwas langweiligeres als ein Zimmer, in dem es keine artgerechten Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Von den Keimen an der Toilette, den Putzmittelresten am Wannenrand und benagten Kosmetikartikeln gar nicht zu reden.
Chinchillas gehören nicht in das Badezimmer! Da diese Situation bereits eine Verletzung der Würde des Tieres darstellt, soll hier nicht noch näher darauf eingegangen werden. Denn auf solch einen dummen Gedanken werden Sie hoffentlich nicht kommen.
Freilauf ist extrem wichtig für Chinchillas. Die quirligen Nager sind stetig in Bewegung und legen bei entsprechendem Platz täglich eine beachtliche Strecke zurück. In einem kleinen Käfig können sie ihren natürlichen Bedürfnissen nicht nachkommen, da der Platz einfach nicht ausreicht. Deshalb muss ihnen als Ausgleich sehr viel Freilauf gewährt werden, am besten mehrere Stunden täglich. In dieser Zeit muss ihnen Wasser und Heu zur Verfügung stehen, dass sie bei Bedarf aufsuchen können. Optimal ist eine Einstiegshilfe in die Voliere, dass die Tiere bei Bedarf selber wieder zurück gehen können (zum Beispiel um ihre Pipi Ecke aufzusuchen).
Sofern Sie die räumliche Möglichkeit haben, sollten sie eine größere Zimmerecke abteilen und diese mit einem aufklappbaren Freigehege abzäunen. So haben die Chinchillas eine Ecke für sich, in der sie bei genügend Absicherung nichts dummes mehr anstellen können. Intelligente Tiere ziehen sich die Gitter allerdings zur Seite oder testen andere Fluchtmöglichkeiten aus. In der ersten Zeit erfordert ein Freigehege genauste Beobachtung, um sämtliche Tricks heraus zu finden und dagegen zu halten. Das Gehege muss außerdem ziemlich hoch sein, da die Nager ansonsten einfach darüber springen. Höhen von 50cm sind für sie kein Hindernis. Ihren Nagern dürfte eine abgegrenzte Fläche lieber sein, als der Freilauf in einem großen Zimmer, wo sie ständig bewacht und von Unsinn abgehalten werden müssen.
Eine feste Ecke kann mit Spielsachen eingerichtet werden, die artgerecht sind. So habe ich mir zum Beispiel eine tolle Kletterwand angelegt, die meine Chinchies heiß und innig lieben. Das ganze kann man unter den Aktionen „Perfekte Heime“ bewundern.
In jedem normalem Raum gibt es etliche Gefahren für Ihre Chinchillas, sofern Sie eine Zimmerhaltung haben, die kein Freilaufgehege mit umfasst. Sie können probieren, Ihre Fellknäule bei ungewünschten Aktivitäten kurzzeitig durch Klatschen oder Rufen zu verscheuchen, aber sie geben bestimmt nicht so schnell auf. Stetiges wegscheuchen bedeutet außerdem starken Stress für die Tiere und nicht selten gibt es ein aufmüpfiges Chinchilla, dass sich ganz schnell merkt bei welcher Aktion Frauchen und Herrchen ins Zimmer gerannt kommen.
Selbst ein bereits erkundetes Elektrokabel verliert seinen Reiz nicht. Ich habe mal eine Aufstellung gemacht, welche Gefahren und Unfälle am häufigsten passieren.
Inhalt Ende