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Krankheiten: Durchfall beim Chinchilla

Durchfallerscheinungen

Durchfall kommt bei Chinchillas weitaus seltener vor als Verstopfung. Er äußert sich in feuchter Konsistenz der Kotbällchen. Wenn Sie ein Chinchilla bereits länger haben, kennen sie das "Ergebnis" normalerweise und wissen, wann sich die Kotbällchen in Größe, Form oder Farbe verändert haben.
Haben Sie mehrere Tiere, kann es schon wieder schwieriger werden ein betroffenes Einzeltier herauszufiltern. Hier bewährt sich als erstes ein Blick in die Afterregion, ob der Darmausgang und das Fell in der Region mit Kotschmiere beklebt ist.
Ein deutliches Anzeichen für Durchfall sind Kotspuren am Futternapfrand und platt gedrückte Losung im Käfig, beziehungsweise unter den Hinterläufen der Nager klebend. Erst bei extremen Fällen gibt es matschige Ausscheidungen, die auf einem kleinen Haufen zusammen kleben.

Die Konsistenz des Kots kann sich trotz allem über den Tag verändern. Viele Tiere haben gerade in den Vormittagsstunden sehr auffälligen Kot, der sich im Tagesverlauf scheinbar verbessert. Bei dem besonders auffälligen Kot handelt es sich oft um den Blinddarmkot, der stärker reagiert als die normale Losung.

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Ursachen für Durchfall

Ursachen für Durchfall können bakterielle Verunreinigungen sein (vor allem im Wasserbehälter), aber auch ungewohntes Futter, schlechtes Futter wie staubiges Heu oder ein Ungleichgewicht des Darms durch Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze.

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Durchfall beim Jungtier

Ein häufigeres Thema ist Durchfall beim Jungtier. Sind Jungtiere in der Voliere, dürfen sie sich in den ersten zwei, drei Monaten am besten nur von Heu und Pellets ernähren. Die Snacks der großen sind für sie Tabu, da sie sehr schnell zu Durchfällen neigen. Eine gut gemeinte Rosine kann sehr schnell mit einem Notbesuch beim Tierarzt enden. Erst mit ein paar Monaten ist der Verdauungstrakt so weit ausgebildet, dass man sie nach und nach an geeignete Snacks heran führen kann.

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Erste Hilfe - Soforthilfe

Sie müssen sofort erste Hilfe leisten, um den Durchfall in den Griff zu bekommen.

  • Setzen Sie Ihr betroffenes Tier und die Volierenkumpanen auf eine reine Heudiät. Keine Leckerchen, keine Kräutermischungen mehr, und wenn überhaupt nur sehr wenig Pellets.
  • Sehen Sie zu, dass der entstandene Wasserverlust mit Elektrolyten ausgeglichen wird, damit das Tier nicht austrocknet. Bei starken Fällen reicht eine eigene Behandlung nicht aus, dann muss der Tierarzt dem erkrankten Tier eine Infusion verabreichen. Ansonsten sollten Sie ihrem Chinchilla Lactogel verabreichen. Das bekommen Sie beim Tierarzt oder in der Apotheke und es gehört in jede Notfallapotheke eines Tierhalters. Die Nager nehmen es freiwillig auf.
  • Statt Trinkwasser sollten Sie bis der Durchfall deutlich besser ist Fencheltee anbieten. Tee aus ganzen Körnern setzt nicht genug Wirkstoffe frei. Entweder Sie zerkleinern die Körner vorher selber oder nehmen einen etwas hochwertigeren Tee wie zum Beispiel den Bio - Fencheltee der Firm Hipp (Beutel). Der Tee sollte mehrere Stunden ziehen und kann notfalls bei angeschlagenen Chinchillas per Spritze beigefüttert werden.
  • Frisst Ihr Tier CriticalCare freiwillig, können Sie ihm statt Pellets diesen Futterbrei anbieten, da er besonders bekömmlich ist, alles wichtige enthält und den Darm ein wenig regeneriert.
  • Blähungen können mit Sab simplex oder Lefax gemildert werden. Morgens und abends je nach Bedarf zwei bis drei Tropfen, notfalls mit Tee gemischt aus der Spritze (ohne Nadel).
  • Die Voliere und die Sitzbretter mehrmals am Tag feucht mit einer milden Handseife und heißem Wasser abwischen.

Ist der Durchfall stark oder hält die Kotaufweichung länger als zwei Tage an, ist unbedingt ein Tierarzt einzuschalten! Außerdem sollte generell ein- bis zweimal im Jahr eine Kotprobe ins Labor gegeben werden, um den Zustand der Darmflora abzuklären.

Einige Ursachen wie Parasiten und Pilze können nicht ohne Medikamente bekämpft werden.

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